Omi

26.11.2023

Schon in jungen Jahren wuchs ich mit meiner Schwester, meiner Mutter und meiner Omi auf. Meine Omi stammt ursprünglich aus Deutschland und kam aus Liebe in die Niederlande. Ich habe sie oft besucht, da sie auch auf uns aufgepasst hat. Sie ist in 2005 zu uns ins Dorf gezogen, sodass ich oft in den Mittagspausen und nach der Schule bei ihr war. Ich habe ihr oft nach der Schule geholfen, als meine Mutter noch bei der Arbeit war. Dadurch bin ich zweisprachig mit Deutsch aufgewachsen. Ich kann es verstehen, sprechen, schreiben und lesen.

Meine Omi ist im November 2016 verstorben. Das kam plötzlich, aber andererseits auch nicht. Sie war in ihrem Haus gestürzt, mehrere Knochen waren zerschmettert und sie war sehr geschwächt, da sie auch Krebs hatte. Meine Omi verbrachte eine weitere Woche im Krankenhaus und verstarb schließlich friedlich und wir waren alle drei dort. Das war natürlich schön. Meine Mutter meldete mich in der Schule krank, da alles geregelt werden musste und wir überhaupt nicht am Unterricht teilnehmen konnten.

Nach zwei Wochen ging ich wieder zur Schule und hatte ein Gespräch mit meiner Lehrerin. Sie hatte ein Fortschrittsformular vor sich und trug die Noten für die Fächer ein, für die ich bereits die Prüfungen abgelegt hatte. Ich bekam für einige Fächer ungenügend und bei anderen war ich nicht dabei. Am Ende bekam ich von ihr eine orangefarbene Ampel, da ich ihrer Meinung nach in letzter Zeit so viel verpasst hatte. Ich deutete an, dass sie für mich keine gewöhnliche Großmutter war, sondern wie eine zweite Mutter, mit der ich aufgewachsen bin. In ihren Augen war sie eine gewöhnliche Großmutter und ich hätte einfach zur Schule kommen sollen. Ein solcher Todesfall wäre kein triftiger Grund für die Abwesenheit. Nun, wie toll war das doch, nicht... Das war eine Lehrer, der im Nachhinein so viele Versprechen gemacht hatte, aber nichts davon hat sich erfüllt. Später hatte ich noch weitere Diskussionen.

Die Tatsache dass meine Großmutter gestorben war, hinterließ letztendlich eine große Lücke in mir, aber darüber werde ich später mehr schreiben.